Frauen winken zum Frieden – Irak
Projektzusammenfassung
Projektdauer und Umsetzungszeitraum: Juli 2022 bis Dezember 2022
Land: Irak
Das Projekt wurde von UPP- Un Ponte Per unterstützt.
Im Rahmen dieses Projekts durchgeführte Aktivitäten und erreichte Ziele
Workshop zum Thema Konfliktmanagement in der Gemeinschaft und Friedenssicherung in der Gemeinschaft in der Nachkonfliktphase.
Der zweitägige Workshop zählte insgesamt 16 Teilnehmende. Im Mittelpunkt des Trainings standen zahlreiche Diskussionen und Ideen zum Thema Konflikte und Konfliktarten sowie zu Schritten und Wegen der Friedensförderung. Diese Schwerpunktthemen regten zu angeregten Diskussionen und Feedback der Teilnehmenden an.
Die Diskussionen im Rahmen des Trainingsworkshops zeigten, dass die Teilnehmenden kein klares Verständnis der Konfliktdefinition besitzen und zu wenig über die verschiedenen Konfliktarten wissen. Zudem wurde festgestellt, dass ihre Kenntnisse im Umgang mit und der Analyse von gesellschaftlichen Konflikten begrenzt sind.
Infolgedessen wurden die Teilnehmenden in diesem Workshop mit dem Thema Konflikt vertraut gemacht. Konflikt wird definiert als “eine Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Parteien mit unterschiedlichen Zielen und Interessen sowie unterschiedlichen Herangehensweisen an die Situation”. Er wurde als Folge von Ungleichheit, Ausgrenzung, Unsicherheit sowie kulturellen und religiösen Unterschieden erläutert. Der Workshop konzentrierte sich auf die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten und deren Identifizierung. Dabei handelt es sich um Konflikte, die innerhalb eines Landes oder zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen mit religiösen, nationalen, politischen, regionalen und anderen Zugehörigkeiten und Orientierungen auftreten. Zudem wurden verschiedene Konfliktarten – positive wie negative – sowie Konflikte zwischen Einzelpersonen, Familien, Gesellschaften und Ländern erörtert. Zahlreiche Gruppenaktivitäten waren Teil des Workshops. Die Teilnehmenden lernten in Gruppenarbeit die Grundlagen der Konfliktanalyse und Konfliktmanagement kennen. Darüber hinaus wurden viele weitere Themen behandelt, beispielsweise die berufliche Orientierung junger Menschen nach einem Konflikt.
Erreichte Ziele:
Viele Teilnehmende gaben an, dass ihnen der Workshop geholfen habe, Konfliktwissen zu erweitern, und dass die behandelten Themen sehr wichtig seien. Junge Menschen sollten ihr Verständnis von Konflikten und deren Analyse vertiefen sowie sich mit Methoden und Instrumenten der Konfliktlösung vertraut machen.
Darüber hinaus sammelten die Teilnehmenden mehr Erfahrung in der Konfliktanalyse mithilfe des Konfliktbaums, was zu Versöhnung führen kann. Sie bestätigten außerdem, dass ihnen das Ausmaß bewusst ist, in dem gesellschaftliche Konflikte verschiedene gesellschaftliche Gruppen betreffen, und betonten die Wichtigkeit der Einbeziehung junger Menschen in Konfliktanalyse- und Lösungsprozesse.
– Die Teilnehmer verstehen und kennen den Konflikt und können gesellschaftliche Konflikte identifizieren.
– Die Teilnehmer lernten verschiedene Arten von Konflikten kennen.
– Die Teilnehmer lernten etwas über die Merkmale von Konflikten sowie über deren Management und Analyse.
– Die Teilnehmer wurden sich der Eskalationsstufen des Konflikts bewusst.
– Die Teilnehmer lernten etwas über Konfliktanalyse und wie man einen Konfliktbaum liest.
– Die Teilnehmer erwarben Kenntnisse über Konfliktinterventionsmechanismen und ein Verständnis für Konfliktindikatoren.
– Die Teilnehmer verstehen Versöhnung.
– Die Teilnehmer erfuhren mehr über berufliche Perspektiven nach Konflikten.
Die Teilnehmerinnen erfuhren mehr über die Auswirkungen des Konflikts und dessen Folgen für die gesellschaftliche Stabilität. Die Anwesenheit einer Gruppe junger Frauen, die den Wunsch und das Interesse hatten, zum Erfolg des Workshops beizutragen, sowie die zeitnahe Durchführung der Schulung halfen den Teilnehmerinnen, ihren Bedarf in den Bereichen Konfliktmanagement und -analyse sowie friedensfördernde Maßnahmen zu erkennen.

Workshop zur Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrates
Im Einklang mit der Resolution 2250 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen (UNSCR 2250) wurden vier Schulungsworkshops durchgeführt, an denen 62 junge Frauen teilnahmen. Im Mittelpunkt dieser Workshops stand das Verständnis der Visionen der Teilnehmerinnen für den Friedensprozess und die Rolle der Jugend beim Aufbau von Frieden in Konfliktsituationen. Anschließend wurde die Resolution 2250 (Jugend, Sicherheit und Frieden) vorgestellt, in der den Teilnehmerinnen deren Hintergrund und die Gründe für ihre Verabschiedung erläutert wurden.
Die Schulungsworkshops behandelten auch die Rolle der Resolution 2250 des Sicherheitsrates bei der Förderung der Jugendbeteiligung an Friedensprozessen, Sicherheitsinitiativen und Entscheidungsprozessen sowie die Möglichkeiten junger Menschen, zum Erfolg von Friedensprojekten beizutragen. Die Teilnehmenden lernten Strategien zur Friedensförderung kennen und erfuhren, wie diese mit jungen Menschen verknüpft werden können. Außerdem wurde ihnen die wichtige Rolle von Jugendlichen und Jugendbewegungen im Kampf gegen gewalttätigen Extremismus und beim Übergang von Konflikten zu Friedensprozessen auf lokaler und internationaler Ebene vermittelt.
Darüber hinaus wurden die Teilnehmer in die fünf grundlegenden Bestimmungen der Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrates eingeführt. Jede einzelne Bestimmung wurde vorgestellt und deren Zweck erläutert.
Erreichte Ziele:
Die Teilnehmenden erklärten, dass sie durch den Workshop die Resolution des Jugendsicherheitsrats kennengelernt und deren Bestimmungen sowie deren Bedeutung verstanden hätten. In ihrem Feedback bestätigten sie, dass sie nun nachvollziehen können, wie Jugendresolutionen entstehen und umgesetzt werden. Viele gaben an, zum ersten Mal von einer Jugendresolution gehört zu haben, obwohl sie zuvor keine Informationen über die Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrats hatten.
Die Teilnehmer äußerten außerdem Interesse an Schulungen zur Resolution 2250 des UN-Sicherheitsrates, die einen längeren Zeitraum umfassen, um alle Einzelheiten der Resolution kennenzulernen und die Möglichkeit zu verstehen, wie junge Menschen die Resolution in die Tat umsetzen können.

Freizeitbewusstseinskurse für Jugendliche
Es wurden sechs (6) Informationsveranstaltungen zur Freizeitgestaltung für Mädchen im Jugendalter durchgeführt, an denen jeweils mindestens zwanzig Teilnehmerinnen im Alter von 13 bis 17 Jahren teilnahmen. In diesen Veranstaltungen wurden verschiedene wichtige Themen angesprochen, die das Bewusstsein junger Mädchen für soziale Probleme schärfen. Dabei kamen unterschiedliche Methoden und Ansätze zum Einsatz.
Im Zuge dieser Aktivitäten wurde das Thema Kinderehe, eine Form geschlechtsspezifischer Gewalt, erörtert. Die Verbreitung von Kinderehen in der Gesellschaft, insbesondere unter Flüchtlingsgemeinschaften in Lagern, war ein zentrales Gesprächsthema mit den Teilnehmenden.
Die Teilnehmer erklärten, dass laut der Flüchtlingsgemeinschaft im Lager eine der häufigsten Ursachen für Frühverheiratung folgende sei:
– Die wirtschaftliche Situation der Familien in den Lagern, und das Phänomen hat sich während der Covid-19-Pandemie noch verstärkt.
– Der Platzmangel in den Häusern, der es der gesamten Familie nicht ermöglicht, sie unterzubringen, da sie in kleinen, informellen Behausungen leben.
– Mangelndes Bewusstsein in den Familien; da der Bildungsprozess im Lager instabil ist, glauben die meisten Familien, dass die Heirat die einzige Möglichkeit für Mädchen ist, eine Familie zu gründen.
– Traditionen und Bräuche
Darüber hinaus wurden verschiedene lokale und internationale Gesetze zum Schutz von Frauen und zum Verbot von Kinderehen erörtert. In den letzten Sitzungen wurden hingegen andere Formen geschlechtsspezifischer Gewalt, wie beispielsweise körperliche Gewalt, die auch innerhalb von Familien weit verbreitet ist, thematisiert und das Thema Gewalt eingehender diskutiert. Die Teilnehmenden betonten, dass mangelnde Chancengleichheit, fehlende integrierte Hilfsangebote, die wirtschaftliche Lage und unzureichende Bildungschancen zu den wichtigsten Faktoren zählen, die zur Verbreitung von Gewalt innerhalb der Flüchtlingsgemeinschaft beitragen.
Um die Teilnahme zu fördern und das Teamgefühl unter den Teilnehmenden zu stärken, wurden in die Kurse verschiedene motorische Aktivitäten integriert. Diese umfassten sportliche Aktivitäten, Zeichnen an Tafeln, Rollenspiele und andere bewegungsbasierte Übungen, die das Vertrauen zwischen den Teilnehmenden sowie zwischen den Teilnehmenden und den Kursleitenden stärken sollten.
Darüber hinaus sprach er über das Thema einer der Sitzungen zum Thema Dialog und die Grundkonzepte eines erfolgreichen Dialogs. Die Teilnehmenden konnten dabei die Bedeutung der Vertraulichkeit im Dialog verstehen, durch die eine über Jahrzehnte andauernde Vertrauensbeziehung zwischen zwei Parteien aufgebaut werden kann. Negativer Dialog hingegen kann jeden Vertrauensbildungsprozess zerstören und sich nachteilig auf beide Gesprächspartner auswirken. Neben den offenen Dialogen, die in Besprechungen stattfinden, lernten die Teilnehmenden auch Dialogformen auf individueller, Gruppen-, lokaler, nationaler, regionaler und internationaler Ebene kennen.
Erreichte Ziele:
Durch das Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurde deutlich, dass sie großes Interesse an dieser Art von Veranstaltung hatten, da sie dadurch viel über lokale und internationale Gesetze erfahren konnten, die Frauen unterstützen und ihre Rechte verteidigen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestätigten, dass sie durch die Veranstaltungen den passenden Raum gefunden hatten, um ihre Ideen auszudrücken und ihre Herausforderungen angemessen zu teilen. Außerdem lernten sie durch die Veranstaltungen die Vorteile der Teamarbeit kennen, da sie in Gruppendiskussionen Herausforderungen, Erfahrungen und Informationen austauschen konnten, und zeigten, dass sie mehr Möglichkeiten zur Teamarbeit durch diese Art von Veranstaltungen benötigten.
Die Teilnehmer bestätigten, dass sie keine Informationen über das Ausmaß des Phänomens Gewalt in der Gesellschaft hatten, dass sie keine Ahnung hatten, was geschlechtsspezifische Gewalt ist, und dass sie durch die Sitzungen ein klares Verständnis von geschlechtsspezifischer Gewalt und ihren Arten erlangen konnten.
Die Teilnehmenden bestätigten, dass sie in den Sitzungen die Bedeutung des Dialogs und die besten Verhaltensweisen für einen erfolgreichen Dialog kennengelernt haben. Dies werde ihnen helfen, sich intensiver mit ihren Familien über die Herausforderungen auszutauschen, denen sie begegnen. Sie bestätigten, dass sie nun über mehr Informationen und Erfahrungen verfügen, die sie an ihre Familien weitergeben können, um deren Bewusstsein zu schärfen und sie aufzuklären. Dies betrifft insbesondere Themen wie Gewalt und Kinderehen sowie die Bedeutung von Gesprächen und Dialogen innerhalb der Familien.

Die Teilnehmer der Sitzungen und Workshops äußerten den Wunsch, mehr solcher gemeinschaftsorientierter Aktivitäten zu erhalten, und äußerten den Wunsch, dass diese Schulungsworkshops oder -sitzungen ausführlicher und von längerer Dauer sein sollten, da sie kontinuierliche Sitzungen benötigen, bis sie die Möglichkeit haben, sich an den verschiedenen Themen von Interesse zu beteiligen.
Die Teilnehmer der Aktivitäten präsentierten zahlreiche Ideen und Initiativen, die das Bewusstsein der Gemeinschaft im Lager für die Probleme der Kinderehe und der geschlechtsspezifischen Gewalt schärfen sollten, sowie Initiativen, die sich an ihre Familien richten sollten. Aufgrund von Budgetbeschränkungen konnten die präsentierten Ideen und Initiativen jedoch nicht umgesetzt werden.












Das Ende
Kategorien
- Abgeschlossene Projekte
- Interessenvertretung
- Spendenaktionen
- Abgeschlossene Projekte in Deutschland
- Laufende Projekte in Deutschland
- Abgeschlossene Projekte im Irak
- Laufende Projekte im Irak
- Stellenangebote
- Laufende Projekte
- Offene Stellen
- Projekte Deutschland
- Projekte im Irak
- Projekte Syrien
- Forschung
- Abgeschlossene Projekte in Syrien
- Syrien – Laufende Projekte






