Integrierte humanitäre Hilfe für den Wiederaufbau und die Resilienz nach dem Erdbeben in Kobane, Nordostsyrien
Spender und Partner
Finanziert von der Extremadura-Agentur für internationale Entwicklungszusammenarbeit


Projektpartner: NOVACT, DOZ, UPP



Projektzusammenfassung und Ziel
Die Interventionsstrategie dieses Projekts konzentriert sich auf die Verbesserung der menschlichen Sicherheit der Erdbebenopfer in Kobane, Nordostsyrien, mithilfe eines sektorübergreifenden Ansatzes. Der Plan zielt darauf ab, den Zugang zu sauberem Wasser zu verbessern, sicherere Bildungseinrichtungen zu gewährleisten, den Schutz gefährdeter Gruppen zu stärken und die Ergebnisse dieser Maßnahmen in Forschungsberichten zu dokumentieren und zu verbreiten.
Verbesserung des Wasserzugangs
Angesichts der akuten Wasserknappheit in der Region wird die Ausrüstung für Wasserqualitätsprüfungen im gesamten Nordosten Syriens, einschließlich der Gebiete um Jazera, Raqqa, Aleppo-Kobani und Menbij, modernisiert. Mobile Wassertestgeräte werden in Raqqa und Jazera eingesetzt, um bei Bedarf Wasserqualitätsprüfungen sowohl in Gesundheitseinrichtungen als auch in den Gemeinden zu ermöglichen. Zusätzlich wird eine Bohrlochinspektionskamera installiert, um den Zustand der Bohrlöcher zu beurteilen und etwaige Probleme zu identifizieren.
Gewährleistung einer sicheren Bildung
Um die Sicherheit im Bildungswesen zu verbessern, wird die Al-Shaheed-Sido-Schule in Kobane, die zuvor 2.000 Schüler (davon 551 Mädchen) beherbergte und durch das Erdbeben teilweise beschädigt wurde, wiederaufgebaut. Das DOZ arbeitet mit dem Bildungsministerium von Kobane zusammen, um einen schutzorientierten Ansatz zu verfolgen und die sanierte Schule in ein sichereres Lernumfeld zu verwandeln.
Einrichtung eines Schutzzentrums
Ein zentraler Bestandteil des Vorschlags befasst sich mit den durch das Erdbeben offengelegten Lücken in der humanitären Hilfe, insbesondere dem Fehlen eines Schutzzentrums im Distrikt Kobane. Geplant ist die Einrichtung eines solchen Zentrums, das Unterstützung in Notlagern bietet, wo Binnenvertriebene zunächst ankommen und psychosoziale Betreuung erhalten, bevor sie in dauerhaftere Lager oder ländliche Gebiete verlegt werden. Das Zentrum wird Dienstleistungen wie Traumatherapie durch Kunst, psychosoziale Unterstützung und Aufklärung über Naturkatastrophen anbieten – entweder direkt im Zentrum oder durch aufsuchende Arbeit in Schulen (wie der Al-Shaheed-Sido-Schule) und in ländlichen Gebieten.
Kernstrategien
Die Interventionsstrategie stützt sich auf drei zentrale Säulen:
- Ermächtigung: Schulung lokaler Behörden zur Stärkung ihrer Kapazitäten.
- WiderstandsfähigkeitUnterstützung von Rehabilitations- und Schutzmaßnahmen zum Aufbau von Resilienz.
- Menschenrechte und SicherheitFörderung der menschlichen Sicherheit in allen Aspekten der Intervention.
Erwartete Ergebnisse dieses Projekts
Die erwarteten Ergebnisse des oben beschriebenen Projekts lassen sich anhand der wichtigsten Interventionsbereiche kategorisieren:
1. Verbesserter Zugang zu Wasser
- Verbesserte Kapazitäten zur Wasseranalyse: Die für die Wasserqualitätsprüfung notwendige Ausrüstung wird modernisiert, wodurch die Fähigkeit zur Überwachung und Gewährleistung des sicheren Zugangs zu Wasser in Raqqa, Jazera, Aleppo-Kobani und Menbij verbessert wird.
- Einsatz von WASH-Kits: Tragbare WASH-Wassertestkits werden sowohl in Gesundheitseinrichtungen als auch in Gemeinden eingesetzt, um eine zeitnahe und genaue Wasseranalyse zu gewährleisten, was zu besseren Gesundheitsergebnissen und einem geringeren Risiko von durch Wasser übertragenen Krankheiten führt.
- Zustand des Bohrlochs beurteilt: Der Einsatz einer Bohrlochinspektionskamera liefert wichtige Daten, die dabei helfen, Probleme der Wasserinfrastruktur zu erkennen und zu beheben und so die Wassersicherheit in der Region zu verbessern.
2. Sichereres Lernumfeld
- Wiederaufbau der Al-Shaheed Sido Schule: Die Schule wird vollständig wiederhergestellt und bietet so ein sichereres und stabileres Lernumfeld für rund 2.000 Schülerinnen und Schüler (davon 551 Mädchen). Dadurch wird die Kontinuität der Ausbildung nach dem Erdbeben gewährleistet.
- Integration von Schutzmaßnahmen: Durch die Einführung eines übergreifenden Schutzansatzes in Abstimmung mit dem Bildungsministerium von Kobane wird die sanierte Schule einen sichereren Raum bieten, die Risiken für gefährdete Schüler verringern und ihr Sicherheitsgefühl stärken.
3. Verbesserter Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen
- Einrichtung eines Schutzzentrums: Die Einrichtung eines Schutzzentrums in Kobane wird eine wichtige Lücke schließen und Binnenvertriebenen in Notlagern psychosoziale Unterstützung und andere wichtige Dienstleistungen bieten. Dies wird dazu beitragen, Traumata zu verarbeiten, die psychische Gesundheit zu verbessern und den Vertriebenen ein Gefühl von Sicherheit und Stabilität zu vermitteln.
- Programme zur Sensibilisierung für Trauma und Katastrophen: Das Zentrum wird Kurse zur Traumabewältigung mittels Kunsttherapie anbieten und das Bewusstsein für Naturkatastrophen schärfen. Davon profitieren sowohl Binnenvertriebene als auch die lokale Bevölkerung. Die Programme werden auch in Schulen und ländlichen Gebieten durchgeführt.
- Wirksame Reaktion auf humanitäre Bedürfnisse: Das Zentrum wird als Drehscheibe für die Bewältigung dringender Bedürfnisse im Distrikt dienen und Binnenvertriebenen und der betroffenen Bevölkerung einen reibungsloseren Übergang in stabile Umgebungen ermöglichen, wodurch die Belastung größerer humanitärer Organisationen verringert wird.
4. Langfristige Stärkung, Resilienz und menschliche Sicherheit
- Stärkung der lokalen Behörden: Durch Schulungsprogramme werden die lokalen Behörden besser gerüstet sein, humanitäre Krisen zu bewältigen und langfristige Wiederaufbaumaßnahmen zu überwachen.
- Erhöhte Widerstandsfähigkeit: Die Instandsetzung der Infrastruktur und Schutzmaßnahmen werden die Widerstandsfähigkeit der Gemeinschaft stärken und die Anfälligkeit für künftige Katastrophen verringern.
- Förderung der Menschenrechte und der menschlichen Sicherheit: Die sektorübergreifenden Maßnahmen werden die allgemeine menschliche Sicherheit in Kobane und Umgebung verbessern, die Lebensqualität steigern und einen stabileren Wiederaufbauprozess nach der Katastrophe gewährleisten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die erwarteten Ergebnisse zu einem verbesserten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen, einem stärkeren Schutz gefährdeter Gruppen, einer sichereren Bildung und einer selbstbestimmteren und widerstandsfähigeren Gemeinschaft in Nordostsyrien führen werden.
Aktivitäten dieses Projekts
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